Die Warrior Diät: Der heilige (Diät-)Gral des Abnehmens?

Leonidas hatte einen. Achilles auch. Und Herkules? Der sowieso. Die Rede ist vom stahlharten Waschbrettbauch. Doch außer der scheinbar völlig von Fett befreiten Muskelberge verband die drei antiken Helden noch etwas miteinander: Sie alle waren erbitterte Krieger! Vergleicht man nun den Alltag eines Kriegers bzw. Soldaten mit dem eines Bodybuilders, wird man jedoch vermutlich nicht auf allzu viele Parallelen stoßen. Auf der einen Seite findet man ausgedehnte Hungerphasen, auf der anderen Seite einen akribisch strukturierten Ernährungsplan vor. Einem einzigen großen Abendmahl stehen sechs bis sieben üppige Mahlzeiten gegenüber. Und dass sich die Spartaner abseits des Schlachtfeldes den Kopf über die richtige Makronährstoffverteilung zerbrachen, oder gar Kalorien zählten, ist ebenfalls eher unwahrscheinlich.
Sind die gestählten Körper der Krieger also doch nur eine Erfindung Hollywoods? Oder wurde uns bereits damals unbewusst die Erfolgsformel für einen definierten Körper offenbart? Diesen Fragen widmet sich der folgende Artikel und versucht dabei dem Konzept hinter der von Ori Hofmekler initiierten „Warrior Diät“ auf den Grund zu gehen.

 

Warrior Diät, was ist das eigentlich?

Wer kennt sie nicht? Hartnäckige Mythen wie „Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!“, oder „Kohlenhydrate nach 18 Uhr machen dick!“. Die Gesundheitsindustrie oktroyiert uns seit Jahrzehnten unermüdlich auf morgens wie ein König, mittags wie ein Kaiser und abends wie ein Bettelmann zu speisen. Die Warrior Diät, ein Deszendent des Intermittent Fasting, pfeift jedoch in wahrer Krieger-Manier auf diese Diktionen!
Stattdessen besteht der prototypische Warrior Diät- Tag aus lediglich zwei Phasen, dessen Inhalte sich wiederum auf nur zwei Wörter komprimieren lassen: Verzicht und Völlerei!
Die Grundprämisse dieser Ernährungsform lautet demnach: Faste zwanzig Stunden am Stück und belohn dich anschließend mit einem ausgedehnten Abendmahl! In seinem Buch „The Warrior Diet“ teilt Ori Hofmekler den Tag folglich in zwei zentrale Abschnitte ein: 1. Die Undereating Phase und 2. Die Overeating Phase.

 

1. Undereating Phase

Stichworte wie „Fasten“ oder „Hungern“ treiben den meisten Bodybuildern entweder die Tränen in die Augen, oder den Angstschweiß auf die Stirn. Der Grund dafür ist, dass sie mit diesen Begriffen rapiden Gewichtsverlust und Katabolismus assoziieren. Und mal ehrlich wer ist schon so kühn und setzt seine hart erkämpften „Gains“ aufs Spiel? Um in der Szene also nicht mit schiefen Augen angesehen zu werden, unterwerfen sich die meisten Athleten folgendem Dogma: Iss alle drei Stunden!
Die Warrior Diät verfolgt hier einen völlig konträren Ansatz und setzt stattdessen auf kontrollierte Fastenperioden. Diese Hungerphasen geben unserem Organismus die notwendige Zeit Verdauungsarbeit zu verrichten, Reparaturarbeiten durchzuführen, Abfall- und Giftstoffe abzubauen und, für alle Abnehmwilligen der wohl wichtigste Punkt, Fett zu verbrennen. Zudem konnte wissenschaftlich festgestellt werden, dass kontinuierliche Fastenperioden einen positiven Effekt auf unser sympathisches Nervensystem erzielen können. Dieses wiederum ist dafür zuständig, dass unser Körper gegen externe Belastungen wie Stress, oder Gefahren (Stichwort:„Fight-or-Flight“-Reaktion) gewappnet ist. Die aus der Fastenphase resultierende Symbiose aus erhöhter Ernergiebereitstellung in Form von Fett und der gleichzeitig erhöhten Stresstoleranz des Körpers kreiert ein hocheffizientes Milieu um erfolgreich Gewicht zu reduzieren!

 

2. Overeating Phase

Nun kommen wir zum angenehmen Teil des Tages, der bereits angesprochenen Völlerei. Dass das forcierte Ziel dieser Phase die maximale Nährstoffaufnahme darstellt, ist jedoch kein Freifahrtschein um auf ungesunde Lebensmittel zurückzugreifen. Grundgedanke der Warrior Diät ist vielmehr, dass unser Körper durch das Fasten stärker seinen natürlichen Instinkten folgt. Und sich in Folge dessen automatisch nach Lebensmitteln mit einer hohen Nährstoffdichte sehnt. Durch das Schöpfen aus dem Vollem wird nun unser parasympathisches Nervensystem und damit auch die regenerative Kapazität des Körpers maximiert.
Wer schon mal mit vollem Magen trainiert hat, der wird mit Sicherheit schnell festgestellt haben, dass diese Vorgehensweise nicht das Gelbe vom Ei ist. Deswegen wird die Overeating Phase optimalerweise unmittelbar nach dem Sport angesetzt. Das hat zum einem den Vorteil, dass unserem durch das harte Training geschwächten Organismus die notwendigen Bausteine (Stichwort: Regeneration) bereitgestellt werden und zum anderen hat der Verdauungsprozess eine beruhigende, entspannende Wirkung auf uns.

 

Fazit

Wissenschaftliche Studien(1)(2) konnten bestätigen, dass der Warrior- Ernährungszyklus, bestehend aus Fasten und Essen, zum einem die Hormonsynthese und die Fettverbrennung während des Tages stimuliert und zum anderen die Proteinsynthese sowie die Wachstumshormonausschüttung (HGH) während der Nachtruhe um ein Vielfaches potenziert. Also kurzum: Eine Win-win-Situation für all jene unter euch, die danach streben Körperfett zu reduzieren und gleichzeitig ihre Muskulatur aufrecht zu erhalten!

 

 

Quellen

  1. http://ajcn.nutrition.org/content/85/4/981.full
  2. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-789X.2011.00873.x/full